Alte Schätze in neuem Glanz

Über die Faszination alter Dinge und ein Bericht über mein neuestes Upcycling-Projekt...

Was haben alte Dinge, wie Möbel oder Geschirr an sich, dass sie eine solche Faszination auf mich ausüben? Auf einem Flohmarkt zu sein, oder in alten Second-Hand-Schatzkammern zu stöbern hat einen enormen Reiz. Ich fühle mich dabei immer wie eine Schatzjägerin, eine Art Indiana Jones, die nach dem heiligen Gral sucht. Denn zwischen all den angelegten, ungewollten und weggeworfenen Dingen, schlummern wahre Juwele. 

Altes Geschirr und neue Ideen

Was mich an ihnen fasziniert, ist zum einen die Handwerkskunst, die viele in Masse produzierte Dinge aus der heutigen Zeit vermissen lassen. Und die Seele – Einem Gegenstand merkt man, genau wie einem Raum, an, was er erlebt hat, wie er gelebt wurde und welche Geschichte er speichert.

Und so suche ich schon seit Jahren regelmäßig nach alten, gut erhaltenen Möbeln und Gebrauchsgegenständen, die Geschichte, Qualität und den kleinen, besondere Vintage-Vibe in unser Zuhause bringen.

Unser letztes Projekt war ein Schrank, der gleichzeitig als Kücheninsel fungiert.

Wir haben lange nachdem passenden Möbelstück Ausschau gehalten. Dabei war uns bewusst, dass wir über den Tellerrand blicken und einem Möbel einen neuen Zweck zuweisen müssen.

Das richtige Stück, inmitten vieler alter Sachen und der passende Schlüssel
Ein Tipp:

Überlege, was du zweckentfremden kannst. Die Teekanne macht sich gut als Blumenvase und ein Sideboard kann zu einer fantastischen Kücheninsel mit Arbeitsplatte werden.

Was außerdem wichtig ist bei Upcycling-Projekten wie diesem: die Liebe zum Handwerk. Denn egal, ob man schon einmal ein Möbelstück umgearbeitet hat oder nicht, sollte man sich der Arbeit bewusst sein, die vor einem liegt und man muss sie möglichst lieben.

Der Schrank vor seiner Restaurierung

Putzen, Schleifen, Streichen…und das mehrfach, erfordert Zeit und Hingabe. Was man dafür aber bekommt, ist mit Geld nicht zu bezahlen. Es ist nicht einfach ein Möbel, das in neuem Gewand vor einem steht, sondern das Gefühl, das Potenzial in einem alten, ungeliebten Gegenstand gesehen und ihm ein neues Leben geschenkt zu haben. Und jedes Mal, wenn man ihn benutzt, spürt man den Stolz über die eigene handwerkliche Leistung. Lieben wir!

Dabei sind selbst die Misserfolge wichtig, lehren sie mich doch, worauf ich beim nächsten Mal besser achten sollte.

So habe ich zum Beispiel die Farbe auf dem unbehandelten Schrank an einer unauffälligen Stelle getestet… Diese war allerdings anders lackiert als der Rest des Schranks und so merkte ich erst nach dem kompletten Erstanstrich, dass mein Lack nicht hielt. Also musste Lando die gesamte Farbe wieder abschleifen, bevor ich den Schrank dann erneut lackierte.

Schleifen, streichen, warten und nochmal…

Was das Thema Kosten betrifft, will ich mal kurz nachrechnen, was uns dieses Schmuckstück tatsächlich gekostet hat:

  • Schrank: 99 EUR (vom Trödler)
  • Lack: 45 EUR (von Miss Pompadour)
  • Rolle: 6 EUR (Baumarkt)
  • Schleifpapier: 10 EUR (Baumarkt)
  • 4 Knäufe: 28 EUR (Internet)

Unsere Ausgaben beliefen sich also auf 188 Euro.

Tipp:

Mit etwas Glück bekommt man solche Schränke auch geschenkt, oder findet sie am Straßenrand. Und den Lack gibt es sicherlich auch günstiger. Knäufe kann man auch von alten Schränken abmontieren und mit einer passenden Farbe ansprühen. Also lässt sich auch hier Geld sparen.

Mit einem schmalen Budget, Zeit und Hingabe haben wir aus einem alten, muffigen Schrank einen individuellen Einrichtungsgegenstand mit Seele gemacht. Der, wie wir vermuten, noch sehr viele Jahre Bestand haben wird. Denn das gesamte Teil ist aus stabilem Eichenholz gebaut.

Auch das ist etwas, das vielen Sachen unserer heutigen Zeit oft fehlt: Qualität. Und der Sinn, lange zu halten und zu funktionieren, anstatt zum Austauschen gebaut worden zu sein.

links: das Möbelstück nach dem Upgrade, rechts: kleine Details

Und so sind wir schon jetzt auf der Suche nach einem weiteren passenden Möbelstück. Als nächstes geht es ins Bad. Selbstverständlich werde ich auch davon hier auf dem Blog berichten.

Vielleicht hat dich mein Beitrag inspiriert, selber aktiv zu werden. Tipps zum Aufmöbeln gibt es im Internet sehr viele. Schau dich mal um!

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