Familienurlaub in Kalifornien
Wir haben uns den Traum vom Familienurlaub in den USA erfüllt. Ob es sich gelohnt hat, möchte ich dir erzählen...
Unsere erste Übersee-Reise als Familie hat uns im Frühjahr 2026 in die USA gebracht. Wieso es ausgerechnet nach Kalifornien ging, warum es der schönste Urlaub seit Langem wurde, wovor ich etwas Angst hatte und wie unsere Route aussah, möchte ich dir in diesem Post erzählen.
Unser kalifornischer Traum
Die USA – vor allem der Westen – war schon immer einer meiner Sehnsuchtsorte. Bereits als Kind sah ich alte Hollywoodklassiker und träumte mich nach Amerika. Mir war klar: irgendwann wollte ich einmal über das große Meer fliegen, um zu sehen, ob es mir dort wirklich so gut gefiel.

Als ich Lando kennen lernte, merkten wir schnell, dass wir diese Liebe teilten. Er war bereits als Kind mit seinen Eltern in Amerika gewesen. Also beschlossen wir 2013 unsere Hochzeitsreise durch Kalifornien und Nevada zu machen und dort auch gleich zu heiraten. (Beste Entscheidung, ever!). Seitdem hat uns dieses Land nicht mehr losgelassen. Wir machten noch eine Reise nach Louisiana und eine weitere nach Kalifornien und beschlossen, diese Ecke der Welt irgendwann auch unseren Kindern zu zeigen.
USA mit der Familie – eine gute Idee?
Ein paar Jahre später saß ich also da – unsere Große war mittlerweile 11 Jahre und die kleine gerade in ihrem letzten Kindergartenjahr. Und da stach er mich: der Gedanke „Jetzt, oder nie“. Für unseren Osterurlaub beschloss ich, die wohl längste Reise zu planen, die wir als Familie bisher gemacht hatten.
Wir haben – wie für unsere anderen USA-Reisen auch – einen Veranstalter gebucht, den ich ohne Werbe- oder Hintergedanken zu 100% empfehlen würde. CANUSA hat sich auf Reisen durch Canada und die USA spezialisiert und hat uns jedes Mal eine individuelle Route erstellt und wirklich tolle Unterkünfte gebucht. Wir hatten eine Ansprechpartnerin, die wir alles fragen konnten und die auch während der Reise Dinge geregelt hat, die mal nicht so liefen, wie geplant (was in all den Jahren allerdings nur ein einziges Mal der Fall war.) Wir konnten unsere Reise immer nach unseren Wünschen planen und uns Hotels suchen, die unseren Vorstellungen entsprachen.

Dazu muss ich sagen, dass ich auch nicht sonderlich gerne Reisen plane – Flüge buchen und Hotels finden gehört nicht zu meinen Lieblingsaufgaben – und dennoch möchte ich immer mit einer gewissen Sicherheit reisen. Blindlings einen Rucksack packen und drauf los fahren ist mir persönlich zu heikel.

Für unseren Urlaub hatten wir genau 10 Tage, denn mehr gaben die Ferien nicht her und wir hatten großzügig Zeit zuhause, für den Jetlag nach dem Heimflug, eingeplant. Mein Tipp: Ein paar Tage nach Ankunft, um wieder in den gewohnten Alltag zu kommen sind bei einer Reise wie dieser wirklich notwendig. Der Jetlag hat uns alle umgehauen.
Wir beschränkten unseren Roadtrip diesmal auf 5 Orte. Wir wollten sowohl uns als auch die Kinder nicht überfordern, denn wir alle waren zum ersten Mal als Familie so weit weg unterwegs und so konnten wir den Mädels viele der Orte zeigen, die wir schon kannten und von denen wir ahnten, dass sie auch ihnen gefallen würden. Starten wollten wir in Los Angeles und dann die Küste hoch, bis nach San Francisco fahren.
Der Flug mit den Kindern machte mir etwas Sorgen. Wir flogen von Hamburg, über München nach L.A. Würden die beiden so lange aushalten? Was, wenn ihnen schlecht wird? Was, wenn wir bei Landung alle schon komplett genervt und im A**** wären?! Wir 4 sind alle ziemlich sensibel und schnell reizüberflutet. Würde alleine der Flug schon unsere Nerven strapazieren?
Meine Sorgen waren größtenteils unberechtigt. Ja, dem Kindern wurde schlecht, aber das legte sich schon bald wieder. Der Flug verging tatsächlich schneller als Gedacht und die Vorfreude und Aufregung, so eine große Reise anzutreten hielt die Laune stabil hoch. Wir hatten Malsachen und Snacks dabei, das Boardprogramm bot viel Auswahl und die Fast-Lanes für Familien, sowohl in Deutschland als auch an den amerikanischen Flughäfen sorgten dafür, dass wir nirgends lange warten mussten.
Als Familie zu reisen hatte für uns zumindest an den Flughäfen schonmal einen großem Vorteil. Wir flogen mit Lufthansa und die Kinder waren begeistert vom freundlichen Boardpersonal und den kleinen Geschenken, die sie bekamen.
Los Angeles
Unser erster Stop war Los Angeles. Hier landeten wir, freuten uns darüber, dass wir den Check-In für den Mietwagen schon vorab erledigt hatten und fühlten uns wieder einmal direkt willkommen. Ich liebe die Freundlichkeit und zuvorkommende Art der Amerikaner, die dir an jeder Kasse und jedem Schalten ein Lächeln schenken und dich in einen kurzen Smalltalk verwickeln. Das hatte sich also die letzten Jahre nicht geändert. Und da war es wieder, dieses Kalifornien-Gefühl, das ich so lange nicht mehr gefühlt hatte.

Unser Hotel war das Hollywood Franklin Hotel, in Hollywood. Ein süßes Hotel aus den 1920ern, mit charmant eingerichteten Zimmern, einem Pool im Innenhof und dem besten Diner, das wir auf unsere Reise besuchen durften. Im Clark Street Diner begannen wir die nächsten Tage mit leckeren Pancakes unglaublich guten Burgern und noch viel besserem Café. Der Look des gesamten Hotels, sowie des Diners erinnert an die alte Hollywood Ära und hat uns stilecht in unseren Urlaub starten lassen.

Was wir unternommen haben:

Wanderung durch den Griffith Park zum Observatorium: In Los Angeles angekommen, zog es uns direkt in die Natur. Und davon gibt es hier gar nicht so wenig. Der Griffith Park mit seinem fantastischem Ausblick über Los Angeles war eine willkommene Abwechslung nach unserem langen Flug. Und die frei zugängliche Ausstellung im Planetarium war für uns alle ein kurzweiliges aber sehr interessantes erster Ausflugsziel.

FUNKO Flagship Store in Hollywood: Die entspanntere Alternative zu den Universal Studios. Dass wir keine teuren und hoch aufregenden Ausflüge planen würden, war uns vorher klar. Wir sind alle vier ziemlich sensibel und schnell reizüberflutet. Daher war der Besuch des FUNKO Shops schon ein ziemliches Highlight.
The Broad: The Broad ist ein Museum für zeitgenössische Kunst in Downtown. Für mich gehört ein Besuch eines Kunstmuseums immer dazu, wenn wir Städtereisen unternehmen. Dazusitzen, die Gemälde zu beobachten und sich mit den Kindern darüber zu unterhalten, was ihnen gefällt und was die Kunst in ihnen auslöst, ist eine meiner liebsten Freizeitbeschäftigungen. Die Ausstellungsfläche des The Broad ist überschaubar und der Eintritt ist frei. Wir schauten uns Skulpturen von Jeff Koons und Bilder von Künstlern wie Jean-Michel Basquiat an.
Grand Central Market Den berühmte Essensmarkt in Downtown, mit seinen vielen kulinarisch vielfältigen Ständen, verließen wir genau so schnell wie wir ihn betraten. Zu viel, zu laut…das war nichts für uns.
Venice Beach / Santa Monica Am letzten Tag besuchten wir kurz Venice Beach. Hier spazierten wir durch kleine Straßen mit tollen Cafés und hippen Shops, bevor wir den bekannten Strand erkundeten, den Skatern in der Pipe zuschauten und kurz die Füße in den kühlen Pazifik hielten.


Highway No 1
Wir verließen Los Angeles über Malibu und fuhren auf den Highway No. 1, in Richtung Norden. Die Sonne schien und wir bekamen einmal mehr zu spüren, warum die kalifornische Küste auch zu dieser Jahreszeit einer der schönsten Orte für eine Reise mit dem Auto ist. An der Küste entlang zu fahren, aufs Meer zu schauen und das unglaublich entspannte Fahrtempo der Amerikaner zu genießen – für uns immer wieder eines der Highlights bei unseren Besuchen.
Generell waren die Strecken zwischen den einzelnen Städten auf unserer Tour überschaubar. Mit ein bisschen Vorbereitung kann man auch auf dem Weg einiges entdecken und anschauen. So haben wir hier und da angehalten, um uns umzusehen oder etwas zu essen, oder um kurz ins Meer zu springen. So kam uns die Autostrecke nie übermäßig lang vor.

Santa Barbara
Santa Barbara hatten Lando und ich zuvor schon besucht, aber als Familie ist uns diesmal aufgefallen, wie entspannt hier das Leben ist. Auch hier hatte unser Hotel einen Pool und so konnten die Kinder in jeder freien Minute und zu jeder Tageszeit planschen.
Mein Tipp: Unterkünfte mit Pool buchen. In Kalifornien haben viele Hotels einen Pool und so hat man als Eltern zwischen den Ausflügen auch mal eine Runde Entspannung.
In Santa Barbara lässt es sich herrlich schlendern und einkaufen. Die Stadt ist gemütlic und übersichtlich und die Innenstadt ist voll mit tollen Geschäften. Es gibt einen Zoo und noch einige Ausflugsziele mehr. Wir haben gar nicht so viel geschafft wie wir wollten.
Was wir unternommen haben:
Einkaufen in der Innenstadt. Hier ist man gerne mal einen ganzen Tag unterwegs. DIe Straßen sind klein und die Gebäude wunderschön.
Spazieren am Pier Der Santa Monica Pier unterscheidet sich kaum von anderen seiner Art, aber für einen entspannten Spaziergang am Meer lohnt es sich.
Pismo Beach
Nach Pismo wollten Lando und ich unbedingt, da wir hier mal einen der atemberaubendsten Sonnenuntergänge am Meer erlebt haben. Dort angekommen, erwarteten uns aber erst einmal Nebel und Wolken. Unser Hotel auf den Klippen hatte auch einen Pool, an dem diesen Nachmittag Partyprogramm angesagt war. Was Lando und mich kurz verzweifeln ließ, war für die Kinder eines der Highlights des Urlaubs.
Als es aufklarte gingen wir eine Runde am Strand spazieren und bekamen zum Schluss noch unseren Sonnenuntergang.

Was wir unternommen haben:
Essen gehen in einem der Fischrestaurants Frittierte Krabben, frittierte Shrimps, Fischsteaks…und wie immer außerordentlich freundliche Bedienung und toller Service. Lieben wir!
Die Surfshops besuchen Pismo Beach is ein bekannter Surfspot. Hier kann man den Surfern zusehen und in einem der vielen Shops coole Kleidung, auch lokaler Marken, kaufen.
Dinosaur Caves Park ist ein netter Spielplatz, der direkt an den Klippen liegt. Während die Kinder spielen und sich austoben, kann man hier wunderbar durch üppige Beete spazieren und den ein oder anderen Monarchfalter entdecken.

Big Sur
Nach Pismo führte uns die Route an der Küste nach Monterey. Wir planten einen ganzen Tag ein, denn auf dem Weg gibt es einiges zu entdecken. Ab San Simeon fahren wir den Big Sur und beobachten auf freilaufende Zebras, Robben, die in der Sonne baden und freche Squirrels.
Die Strecke bringt uns durch felsige Gebiete, weite flauschige Wiesen-Landschaften und überrascht mit einem immer noch atemberaubenderen Blick hinter jeder Kurve.

Zuletzt fahren wir auch durch waldigere Gebiete. Die Küste wird schroffer und das Klima verändert sich. Wir halten Am Phoenix Shop, einem kleinen Shop der zum berühmten Nepenthe Restaurant gehört. Hier spürt man den Geist der Hippie-Ära noch heute. Ich sauge alles auf. Wir staunen über all die schönen Dinge, die es hier zu kaufen gibt, nehmen selbst ein paar Andenken mit und genießen den Ausblick über das Meer.

Weiter auf unserer Strecke, lässt uns der Hunger anhalten und wir landen durch Zufall in einem Restaurant mit unfassbar gutem Essen. Das gemütliche Tavern Bar & Grill gehört zum Fernwood Resort & Campground ist ein beliebtes Urlaubsresort und Campingplatz, mitten am Pfeiffer Big Sur National Park.
Satt und zufrieden nehmen wir die letzte Strecke unserer heutigen Route in Angriff. Die Sonne taucht nun schon langsam ins Meer und wir beobachten weit draußen einen Wal, unterhalten uns mit netten Menschen, die Familienfotos von uns schießen und können kaum fassen, wie schön die Natur sein kann.


Monterey
Auf Monterey haben wir uns ganz besonders gefreut. Die Küstenstadt ist auf jeder Kalifornienreise eines unserer Highlights gewesen. Die wunderschönen Häuser in Pacific Grove, das Monterey Bay Aquarium, die schroffe Küste… wir lieben diese Ecke Kaliforniens einfach.
Was wir unternommen haben:
Monterey Bay Aquarium Das Aquarium ist eines der größten öffentlichen Schauaquarien weltweit und bietet einen tollen Einblick in die Artenvielfalt der regionalen Unterwasserwelt. Mit ca. 60 dollar Eintritt pro Person ist es ziemlich kostspielig und zu Ferienzeiten ist es ziemlich voll. Aber ein Besuch lohnt sich trotzdem.
Frühstücken und Spazieren in Pacific Grove Pacific Grove liegt direkt neben Monterey, man merkt kaum, dass es eine andere Stadt ist. Hier findet man unzählige wunderschöne Holzhäuser im viktorianischen Stil. Eines davon ist das Red House Cafe. Hier zu frühstücken versetzt einen in eine dieser gemütlichen 90er Serien. Der Charme dieses Cafés ist kaum zu beschreiben.


Fahrt über den 17 Mile Drive Eines unserer Highlights war die Fahrt über den 17 Mile Drive. Die 27 km lange Panoramastraße bietet nicht nur einen atemberaubenden Blick, man kann auch an mehreren Stränden anhalten, spazieren gehen, oder baden…sofern es die Wellen zulassen. Uns waren sie eindeutig zu wild. Schwimmen war etwas zu gefährlich. Die Kinder hatten dennoch Spaß daran, durch die Wellen hindurch zu hüpfen.


Dennis The Menace Playground Spielplätze sind auf unserer Reise immer wieder beliebte Ziele gewesen. Diese hier ist groß und hat viele interessante Spielgeräte.
San Francisco
Der letzte Stop auf unserer Reise war San Francisco. Hier verbrachten wir eine letzte Nacht und einen ganzen Tag, bevor es im Flieger Richtung Heimat ging. San Francisco ist eindrucksvoll. Wir brauchen jedes Mal eine Weile, um vom beschaulichen Abschnitt Kaliforniens in dieser Metropole anzukommen.

Wer es eher ruhig mag, wie wir, findet neben dem gängigen Touri-Programm natürlich dennoch einige Unternehmungen und Orte, an denen man es etwas entpsannter angehen kann.
Was wir unternommen haben:
Schlendern durch China Town China Town is definititv einen Besuch wert. Hier haben wir geschaut, gestaunt, lecker gegessen und das ein oder andere Mitbringsel gekauft.
Palace of Fine Arts Unweit der Golden Gate Bridge steht ein Monument, das wie aus einer fernen Zeit aussieht. Gebaut wurde es allerdings erst 1915. Der Palast der schönen Künste ist ein beeindruckender Ort, der zum Spazieren einlädt und uns Schatten spendete. Denn das Wetter wurde hier wieder heißer. Mit ein bisschen Glück entdeckt man kleine Wasserschildkröten, die in einem der Teiche paddeln.
Fahrt durch die Straßen von San Francisco Nirgends habe ich bisher solche steilen Straßen gesehen wie in dieser Stadt. Wer gut zu Fuß ist, hat das Gefühl, er wäre in einem gut angelegten Gebirge unterwegs. Eine Fahrt mit dem Auto über die Filbert Street hat mir eine kurze Panikattacke, aber auch einen grandiosen Ausblick beschert.

An der Golden Gate Promenade sitzen Von hier aus auf die Golden Gate Bridge zu schauen, war unser Abschluss dieser wunderschönen Reise. Von hier aus hat man nicht nur einen fantastischen Blick auf das Wahrzeichen San Franciscos, man kann auch die berühmte Insel Alcatraz, mit dem Gefängnisgebäude sehen.
Mein Tipp: Das letzte Mal hatten Lando und ich uns ein Fahrrad geliehen und sind über die Golden Gate Bridge nach Sausalito geradelt. Das war ein toller Ausflug, der sicherlich auch mit Kindern eine spannende Unternehmung ist.

Mein Fazit
Ich hatte schon ziemlich Respekt vor dieser Reise. Der lange Flug, die weltpolitische Lage, all die wilden Theorien rund um Einreise und Verschärfungen… Wir hatten das Glück, dass sich keine meiner Ängste in irgend einer Weise bestätigten. Im Gegenteil:
Dieser Urlaub hat mir einmal mehr gezeigt, dass es uns weiter bringt, wenn wir uns trauen, entgegen aller Stimmen unserer Überzeugung zu folgen und ein Abenteuer zu wagen.
Wir alle haben so viel mitgenommen. Neue Ideen, neues Wissen, ganz viele Eindrücke. Meine große Tochter konnte ihr Englisch üben und hat uns während der Zeit ziemlich überrascht, wie gut sie diese Sprach beherrscht. Wir alle haben ganz wundervolle Erinnerungen mit nach Hause genommen und zehren noch heute davon.



